Die Leihspieler des VfB Stuttgart (23. Februar 2026)


Es gibt diese Wochen, in denen man sich fragt, ob Leihgeschäfte nicht eigentlich kleine Sozialstudien sind: junge Spieler, große Erwartungen, wechselnde Trainerlaunen – und irgendwo dazwischen der VfB, der hofft, dass alle Beteiligten ein bisschen wachsen. Manche tun das. Manche warten darauf. Manche schießen wenigstens ein Tor.

Jovan Milosevic – der Unruhestifter, der liefert

Jovan Milosevic durfte wieder nicht starten. Und irgendwann reicht es einem jungen Stürmer dann auch: Unter der Woche ließ er mitteilen, dass er sich seine Leihe nach Bremen „anders vorgestellt“ habe.

Daniel Thioune reagierte auf der Pressekonferenz mit einer Mischung aus Verständnis und pädagogischer Distanz. Manchmal passten Spieler eben nicht zur Aufgabe, sagte er, was aber nichts über Jovans Qualitäten aussage. Ein Satz, der gleichzeitig beruhigen und erklären soll – und doch beides nicht so richtig schafft.

Gegen St. Pauli passte Milosevic erneut nicht in die Startelf. Aber nach seiner Einwechslung in der 61. Minute brauchte er exakt eine Minute, um zu zeigen, dass er sehr wohl zu Aufgaben passt, die ein Gegner stellt. Abschluss, Tor, 1:1.

Blöd nur, dass Fujita acht Minuten später das 2:1 erzielte – und dabei blieb es. Milosevic konnte nichts mehr ändern, außer vielleicht seine eigene Position im internen Ranking. Bremen rutscht auf Platz 17. Und Jovan dürfte sich fragen, ob man Aufgaben nicht auch mal an Spieler anpassen könnte.

Yannik Keitel – der Mann, der nicht verliert

Augsburg gewann 3:2 in Wolfsburg, ein Sieg, der wichtiger war als er schön war. Zweimal zurückgelegen, dreimal getroffen – das ist die Art von Spiel, die man später „Charaktersieg“ nennt.

Yannik Keitel saß 90 Minuten auf der Bank. Und irgendwann muss man ehrlich sein: Selbst ich kann den „Keitel-Effekt“ nicht mehr konstruieren.

Aber: Wenn Keitel im Kader steht, verliert Augsburg nicht. Das bleibt.

Augsburg ist jetzt Zehnter und trifft am Freitag auf Köln. Vielleicht braucht es dann wieder diesen Effekt, den es offiziell nicht gibt.

Leonidas Stergiou – der Ausfall zur rechten Zeit

Es hätte noch gefehlt, dass Leo Stergiou gegen den VfB ein Tor macht. Aber dazu kam es nicht, denn Stergiou fehlte wegen muskulärer Probleme im Heidenheimer Kader.

Heidenheim erkämpfte sich einen Punkt, bleibt aber Letzter. Und nächste Woche kommt es zum Duell Letzter gegen Vorletzter: Heidenheim gegen Bremen, Stergiou gegen Milosevic, Schmidt gegen Thioune.

Wir schicken Kraft an beide Fanlager. Die werden sie brauchen.

Dennis Seimen – der Torwart, der auch mal normal sein darf

Paderborn gewann 5:2 gegen die Hertha, ein Spiel, das nach Spektakel klingt und auch so war.

Dennis Seimen konnte sich dabei nicht so auszeichnen wie gegen Bochum. Beim 2:1 schickt Schuler ihn ins Kino, beim 5:2 wirkt er etwas unentschlossen. Aber das passiert selbst guten Torhütern – und Seimen ist ein guter Torhüter.

Paderborn klettert auf Platz 4 und trifft nächste Woche auf den 1. FC Kaiserslautern. Ein Spiel, in dem Seimen wieder mehr zu tun bekommen dürfte.

Jarzinho Malanga – der solide Einwechsler

Elversberg gewinnt zum zweiten Mal in Folge, diesmal 3:1 gegen Braunschweig. Platz 3 – und das völlig verdient.

Jarzinho Malanga kam beim Stand von 2:1 nach 68 Minuten ins Spiel, spielte gute Pässe, machte wenig falsch und fiel ansonsten nicht weiter auf. Manchmal ist das genau das, was ein Trainer will.

Laurin Ulrich – mittendrin im Chaos

Magdeburg verliert 3:5 auf Schalke. Zwei Elfmeter, ein Eigentor, ein Treffer von Dzeko – ein Spiel, das man nur in der 2. Liga bekommt.

Laurin Ulrich spielte 90 Minuten durch, war an vielen Angriffen beteiligt, verteilte wichtige Bälle, geriet aber in den Zweikämpfen an seine Grenzen. Gegen den Tabellenführer zu verlieren ist kein Drama, aber Magdeburg rutscht wieder auf den Relegationsplatz.

Am Sonntag kommt der KSC. Ein Spiel, das Ulrich motivieren dürfte – und motivieren muss.

Benjamin Boakye – bemüht, aber ohne Wirkung

Arminia Bielefeld verliert überraschend 1:2 in Fürth.

Benni Boakye kam nach 60 Minuten, da stand es schon 1:2. Er versuchte, das Spiel zu drehen, aber es reichte nicht. Zwei ungefährliche Abschlüsse, ein paar solide Pässe – mehr war nicht drin.

Bielefeld ist jetzt Elfter und trifft am Samstag auf Hannover 96. Ein Gegner, der Fehler nicht verzeiht.

Luca Raimund – ein Wochenende ohne Fußball

Luca Raimund stand bei Düsseldorfs 1:2 in Darmstadt nicht im Kader.

Und auch für die zweite Mannschaft gab es keine Minuten, weil das Spiel gegen Fortuna Köln wegen Unbespielbarkeit des Rasens verlegt wurde.

Ein Wochenende ohne Fußball – für einen jungen Spieler oft das Schlimmste.

Eliot Bujupi – weiterhin verletzt

Knieverletzung. Mehr gibt es nicht zu sagen, außer: Gute Besserung.

Peter Reinhardt – Warten auf Memmingen

Illertissen spielt erst am 28. Februar wieder, zuhause gegen Memmingen.

Bis dahin bleibt Reinhardt im Trainingsbetrieb – und im Wartemodus.

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