Es gibt Wochen, in denen man sich fragt, ob Leihgeschäfte nicht die ehrlichste Form des Fußballs sind: Man schickt Spieler hinaus in die Welt, und sie bringen Geschichten zurück. Manche sind komisch, manche tragisch, manche einfach nur absurd. Die vergangene Woche der VfB‑Leihspieler war eine Mischung aus allem.
Jovan Milosevic – Elf Minuten, null Ballkontakte, eine neue Realität
In Bremen hat man jetzt Daniel Thioune engagiert, um Werder zu retten. Das klingt nach Plan, aber der Plan begann mit einem 0:1 in Freiburg. Für Jovan Milosevic bedeutete das: 11 Minuten Netto-Einsatzzeit, 0 Ballkontakte. Ein mathematisches Verhältnis, das man nicht lange durchhält, wenn man Bundesligaminuten sammeln möchte.
Werder rutscht auf den Relegationsplatz, und am Samstag kommen die Bayern. Ob man Milosevic da mehr Minuten wünschen soll, ist eine Frage, die sich irgendwo zwischen Fürsorge und Sadismus bewegt.
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Yannik Keitel – Augsburg ohne Keitel ist Augsburg ohne Punkte
Yannik Keitel fehlt mit muskulären Problemen. Augsburg verliert in Mainz. Das überrascht niemanden, der die letzten Wochen verfolgt hat. Keitel rein: Augsburg gewinnt. Keitel raus: Augsburg verliert. So simpel ist Fußball manchmal.
Jetzt steht der FCA auf Platz 13 und empfängt Heidenheim. Ein Spiel, das nach Keitel schreit – aber Keitel schweigt.
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Leonidas Stergiou – Heidenheim ohne Halt
Auch Leonidas Stergiou fehlt weiter. Adduktoren. Schon wieder. Beim 0:2 gegen den HSV war er nicht dabei, und Heidenheim wartet seit November auf einen Auswärtssieg. Am Sonntag geht’s nach Augsburg, aber egal wie es ausgeht: Heidenheim bleibt Letzter.
Stergiou könnte für diese Mannschaft das sein, was ein Stabilisator für ein Fahrrad ist. Ohne ihn wackelt es. Und aktuell wackelt es sehr.
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Dennis Seimen – Ein Gegentor, das wehtut, und ein Platz, der Hoffnung macht
Paderborn schlägt Nürnberg 2:1, und Dennis Seimen steht wieder in den Top 3 der 2. Liga. Das Gegentor war fies. Ansonsten hatte er einen ruhigen Nachmittag, was für einen Torwart immer ein zweischneidiges Kompliment ist.
Am Sonntag geht’s nach Bochum. Dort wird es garantiert nicht ruhig.
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Jarzinho Malanga – gute Ansätze, aber noch zu wenig Präsenz
Elversberg verliert 0:3 gegen Hertha. Malanga kommt nach 66 Minuten, macht seine Sache ordentlich, wenn er am Ball ist – aber er ist zu selten am Ball. Er muss sich mehr zeigen, mehr anbieten, mehr wehtun. Zweikämpfe sind noch kein Freund von ihm.
Elversberg ist Vierter und fährt zum Topspiel nach Dresden. Ein Spiel, das nach Spielern verlangt, die sich zeigen wollen.
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Laurin Ulrich – ein Spiel wie ein Fiebertraum
Greuther Fürth gegen Magdeburg war das Spiel, das man seinen Enkelkindern später nicht erklären kann. 1:0, 1:5, 3:5 zur Pause, 4:5 am Ende. Laurin Ulrich war mittendrin und lieferte eine Vorlage, lief über 12 Kilometer, sprintete, kämpfte, gewann Zweikämpfe – und passte sich beim Passspiel dem allgemeinen Chaos an.
Magdeburg gewinnt ein Spiel, das man eigentlich nur überlebt. Platz 15. Am Sonntag kommt Bielefeld. Ein Sieg, und man überholt sie ein. Ein Sieg, und Ulrichs Woche hätte ein Happy End.
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Benjamin Boakye – drei Luftduelle, drei Punkte
Bielefeld gewinnt 3:2 gegen Braunschweig – der erste Sieg seit dem 3. November. Boakye kommt in der 76. Minute, gewinnt drei von drei Luftduellen und macht ansonsten das, was man in solchen Spielen macht: nichts falsch.
Platz 11. Nächster Gegner: Magdeburg.
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Luca Raimund – weder hier noch dort
Luca Raimund stand weder bei den Profis noch bei der zweiten Mannschaft im Kader. Vielleicht war er in Predazzo und hat seinem Cousin beim Olympiagold zugesehen. Wahrscheinlicher ist: Er ist schon wieder verletzt. Eine bittere Vermutung, aber eine realistische.
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Eliot Bujupi – Knieverletzung
Mehr muss man nicht sagen. Und doch sagt es alles.
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Peter Reinhardt – Warten auf Memmingen
Illertissen spielt erst am 28. Februar wieder. Für Reinhardt heißt das: Trainingsplatz statt Bühne. Auch das ist Teil einer Leihe, die man selten erzählt, weil sie so unspektakulär ist.