Der VfB Stuttgart steht vor einem Sommer, der weniger von spektakulären Einzeltransfers geprägt sein dürfte, sondern vielmehr von strategischen Weichenstellungen. Es geht um Kontinuität, um das Bewahren eines sportlichen Fundaments und um die Frage, wie man eine Mannschaft weiterentwickelt, die in den vergangenen Jahren überperformt hat, weil Trainer und Spieler gemeinsam über sich hinausgewachsen sind.
Die sportliche Führung: Stabilität als Schlüssel
Fabian Wohlgemuth und Christian Gentner haben Verträge bis 2027, und alles deutet darauf hin, dass der Verein mit beiden weitermachen will. Die Zusammenarbeit funktioniert, die Rollen sind klar verteilt, und der VfB hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er mit dieser sportlichen Leitung kluge, nachhaltige Entscheidungen trifft.
Über Sebastian Hoeneß wird naturgemäß spekuliert. Das gehört inzwischen fast zum Ritual, wenn ein Trainer überperformt. Doch wer ihm zuhört, merkt schnell: Der Mann hat hier noch etwas vor. Er spricht nicht wie jemand, der sich verabschiedet, sondern wie jemand, der ein Projekt weiterführen will. Champions League? Ja. Entwicklungspotenzial im Verein? Ebenfalls ja.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Hoeneß auch 2026/27 an der Seitenlinie steht, ist größer als das Gegenteil.
Und trotzdem: Sollte er gehen, wäre das ein Einschnitt. Nicht nur sportlich, sondern auch kulturell. Hoeneß hat Spieler besser gemacht, Rollen neu definiert, ein Umfeld geschaffen, in dem Talente wachsen. Er ist das zentrale Puzzlestück. Aber, der VfB wäre kein Scherbenhaufen. Der Standort ist attraktiv, die Perspektive klar, und ein Trainerwechsel wäre kein Rückfall in alte Muster, sondern nur ein neuer Abschnitt.
Torhüter: Die Zukunft heißt Seimen – aber nicht nur
Aktuell plant der VfB mit Dennis Seimen, Fabian Bredlow und Stefan Drljaca. Dazu kommen Talente wie Flo Hellstern und Tom Walz, die mittelfristig an die Profis herangeführt werden könnten. Alex Nübel wird nach jetzigem Stand zum FC Bayern zurückkehren. Eine erneute Nübel‑Leihe wäre nicht einmal theoretisch ein Thema. Die FIFA erlaubt Leihgeschäfte nur über einen maximalen Zeitraum von drei Jahren. Der VfB müsste Nübel also fest verpflichten. Abgesehen von seinem hohen Gehalt sehe ich jedoch keinen Grund, in eine Position zu investieren, die mit Seimen und Hellstern für die kommenden Jahre hervorragend abgedeckt ist.
Die zentrale Frage lautet: Wie plant man um Dennis Seimen herum?
Wenn seine Entwicklung so weitergeht, wird er nicht ewig in Stuttgart bleiben. Für diesen Fall wäre es fahrlässig, Hellstern nicht langfristig zu binden. Eine Vertragsverlängerung, kombiniert mit einer Leihe oder einer Rückkaufoption, wäre ein logischer Schritt.
Grundsätzlich ist der VfB im Tor gut aufgestellt. Fehler von Seimen werden kommen, das gehört dazu. Freiburg hat mit Atubolu vorgemacht, wie man einen jungen Keeper durch solche Phasen trägt.
Abwehr: Viel Qualität, viel Interesse – und eine große Baustelle links
Mit Jeltsch, Hendriks, Chabot, Jaquez, Zagadou und Al-Dakhil ist der VfB auf der IV-Position breit aufgestellt. Doch die Personaldecke täuscht ein wenig:
Die einzigen Spieler, deren Verträge auslaufen, sind Dan-Axel Zagadou und Pascal Stenzel. Beide spielten in dieser Saison keine große Rolle mehr und bei Stenzel wird sich daran auch nichts mehr ändern. Bei Zagadou steht wie immer die Frage im Raum: Was macht der Körper? Seine Qualität ist unbestritten, aber seine Verfügbarkeit bleibt ein permanentes Fragezeichen.
Um es deutlich zu sagen: Sollten beide den Verein verlassen, würde das keine schlaflosen Nächte verursachen. Nicht, weil sie schlechte Spieler wären, sondern weil der VfB in der Defensive inzwischen so breit und hochwertig aufgestellt ist, dass diese Abgänge sportlich gut zu kompensieren wären. Die Innenverteidigung ist tief besetzt, die Rollen sind klar verteilt, und die strategisch wichtigen Personalien liegen ohnehin woanders.
Jeltsch, Vertrag bis 2030, bleibt, außer ein absurdes Angebot kommt.
Hendriks, Vertrag bis 2028, aber nicht mehr marktgerecht dotiert. Eine Anpassung ist fällig.
Chabot, könnte gehen. Der Wunsch, im Ausland zu spielen, ist bekannt.
Al-Dakhil, Abgangskandidat, ob Leihe oder Verkauf.
Jaquez, Vertrag bis 2029, bleibt.
Wenn Chabot und Al-Dakhil gehen, braucht der VfB mindestens einen neuen Innenverteidiger. Ein Linksfuß wäre ideal und jemand, der in der Luft ähnlich dominant ist wie Chabot.
Leopold Querfeld (Union)? Leider Rechtsfuß!
Mohammed Salisu (Monaco)? Laboriert derzeit an einem Kreuzbandriss.
Mir geht es aber um die Profile, die passen würden.
Rechtsverteidigung: Assignon und Vagnoman, solide, aber nicht sakrosankt.
Beide sind gute Bundesliga-Spieler. Wenn sich eine klare Verbesserung ergibt, muss man sie prüfen.
Leo Stergiou bleibt ein Dark Horse, aber auf ihn zu setzen wäre mutig.
Chris Olivier aus der U21 könnte eine Option werden, wenn er nicht vorher von Düsseldorf abgegriffen wird.
Linksverteidigung: Die größte Baustelle
Maxi Mittelstädt hat durchblicken lassen, dass er sich einen Wechsel ins Ausland vorstellen kann. Mit 29 und einem Vertrag bis 2028 wäre der Sommer ein logischer Zeitpunkt. Selbst wenn er bleibt, braucht der VfB einen weiteren Linksverteidiger. Hendriks allein reicht nicht.
Mögliche Profile:
- Nazinho (Cercle Brügge) – offensivstark, jung, entwicklungsfähig.
- Maxim De Cuyper (Brighton) – in England noch nicht angekommen, aber mit enormem Potenzial.
- Abner (Lyon) – dynamisch, technisch stark.
Der VfB braucht hier eine Lösung und zwar eine, die sofort funktioniert.
Zentrales Mittelfeld: Viel Qualität, viele Fragezeichen
Das defensive Mittelfeld hat in den vergangenen Wochen die meisten Schlagzeilen produziert und das aus gutem Grund. Hier entscheidet sich, wie stabil der VfB in die Saison 2026/27 geht und wie flexibel Sebastian Hoeneß sein Spiel weiterentwickeln kann.
Mit Grischa Prömel steht der erste Neuzugang praktisch fest. Ein Transfer, der sportlich wie charakterlich Sinn ergibt: Erfahrung, Intensität, Führungsqualitäten. Dazu kommt, dass der VfB mit Chema weiter planen kann. Der Spieler will bleiben, Real Madrid zeigt keinerlei Ambitionen, ihn zurückzuholen, und der VfB sieht ihn als festen Bestandteil der Zukunft.
Natürlich kann im Sommer immer etwas passieren, aber Stand jetzt ist Chema dabei.
Karazor, Nartey, Catovic, Ulrich – die Unbekannten im System
Atakan Karazor hat noch Vertrag bis 2028, doch seine Rolle wird kleiner werden. Mit Prömel, Chema und einem möglichen weiteren Neuzugang wird es für ihn schwerer, auf die bisherigen Einsatzzeiten zu kommen. Ob er sich mit einer Rotationsrolle zufriedengibt, ist offen.
Niko Nartey ist der komplizierteste Fall. Der VfB will verlängern, aber weiterhin leistungsbezogen. Das ist der Knackpunkt. Kommt ein Klub wie Frankfurt mit einem sicheren Grundgehalt und längerer Laufzeit, könnte Nartey gehen. Sportlich wäre das ein Verlust, aber kein Schock sofern der VfB vorbereitet ist.
Mirza Catovic und Laurin Ulrich (eher Achter als Sechser) bleiben Wackelkandidaten. Beide haben Talent, beide passen ins Profil, aber bei beiden ist unklar, ob der VfB sie aktiv einplant und ob sie selbst den nächsten Schritt in Stuttgart sehen.
El Khannouss und Stiller – zwei Schlüsselspieler, zwei völlig unterschiedliche Szenarien.
Bilal El Khannouss ist offensiver als die anderen, aber zentral für die Balance im Mittelfeld. Die Wahrscheinlichkeit, dass er bleibt, ist hoch.
Und trotzdem: Läuft die WM gut und ein Premier-League-Klub klopft an, wird er zuhören. Das ist kein Drama, sondern Marktlogik.
Angelo Stiller ist der große Domino-Stein.
Er ist offen für einen Wechsel, aber ein Verbleib ist nicht ausgeschlossen. Klar ist: Wenn er geht, dann nicht für kleines Geld. Unter 40 Millionen ist schwer vorstellbar. Und noch klarer ist: Stiller kannst du nicht 1:1 ersetzen. Nicht in diesem Preisbereich, nicht in dieser Kombination aus Spielintelligenz, Pressingresistenz und Passqualität.
Was bedeutet das für die Planung?
Sicher planen kann der VfB mit: Prömel, Chema, El Khannouss und vermutlich auch mit Karazor. Yannik Keitel könnte zurückkehren, spielt aber in den Überlegungen keine Rolle.
Wenn Stiller bleibt, ist die Zentrale breit genug. Wenn er geht, muss der VfB handeln und zwar gezielt. Die Stuttgarter Zeitung bringt Caspar Jander ins Spiel. Und ja, das passt. Er ist kein Stiller-Klon, aber ein Spieler, der in Hoeneß’ System funktionieren kann.
Mit Chema, Prömel, Karazor und Stiller oder Jander wäre die Doppelsechs gut besetzt. Catovic könnte als „Kronprinz“ aufgebaut werden, vorausgesetzt, er bekommt seine Minuten.
Davor hätte der VfB mit El Khannouss und einem verlängerten Nartey zwei spannende Zwischenlinienspieler. Auch Undav kann diese Rolle spielen. Gleiches gilt für Laurin Ulrich und mit Abstrichen für Noah Darvich und Tiago Tomás. Wenn Nartey nicht verlängert, könnte Jander zusätzlich ein Box-to-Box-Profil abdecken. Auch Prömel kann diese Rolle spielen.
Was passiert, wenn mehrere gehen?
Sollten Stiller, Nartey und vielleicht sogar Karazor oder El Khannouss den Verein verlassen, muss der VfB selbstverständlich nachlegen. Dann reichen Prömel und Jander nicht. Aber es ist kaum vorstellbar, dass Fabian Wohlgemuth die komplette Zentrale in einem Sommer auseinanderfallen lässt.
Stiller ist der wahrscheinlichste Abgang und gleichzeitig derjenige, den du nicht über einen Transfer auffangen kannst.
Ein Blick ins Datenprofil zeigt: Es gibt kaum Spieler, die Stillers Werte erreichen und gleichzeitig bezahlbar sind. Der einzige Spieler unter 20 Millionen, der statistisch in die Nähe kommt, ist Juho Kilo aus Den Haag – zweite niederländische Liga, HSV-NLZ, aber sportlich kein ernsthafter Kandidat. Théo Leoni von Stade Reims (Ligue 2) taucht ebenfalls im Profilvergleich auf. Und Paul Wanner, der im Sommer von Bayern nach Eindhoven gewechselt ist, wäre theoretisch interessant, aber auch praktisch?
Flügel: Zwischen Stabilität, Marktlogik und der Suche nach dem nächsten Leweling
Auf den Außenbahnen beginnt die eigentliche Kaderakrobatik.
Chris Führich wird bleiben, das ist die einfachste aller Antworten. Er fühlt sich wohl, der VfB fühlt sich mit ihm wohl, und der Markt hat sich nach dem letzten Sommer etwas beruhigt.
Jamie Leweling dagegen ist der große Wackelkandidat. Nicht, weil er weg will, im Gegenteil. Seine Aussagen sind fast schon eine Liebeserklärung:
„Es ist schwer, dass ein Verein all das mitbringt, was ich hier gerade habe. Die Stadt ist cool, die Mannschaft ist cool, die Fans – alles ist top. Deswegen muss schon was Großes kommen, wo ich sage: Oh, da überlege ich es mir.“
Das klingt nach Verbleib. Aber es klingt auch nach: Wenn jemand 50+ Millionen auf den Tisch legt, reden wir. Und genau das ist der Punkt. Es gibt Klubs, die für Leweling tief in die Tasche greifen würden. Die Frage ist nur, ob sie es tun.
Ich bin da erstmal optimistisch und falls es doch passiert, tröstet man sich eben mit einer hohen Ablöse.
Die jungen Wilden: Zwischen Vorspielen und Leihe
Justin Diehl könnte sich in der Vorbereitung empfehlen. Er könnte aber genauso gut ein Kandidat für eine Leihe sein, je nachdem, wie Hoeneß seine Rolle sieht.
Lazar Jovanovic und Badredine Bouanani sind ähnliche Fälle: viel Talent, aber noch nicht klar, ob sie 2026/27 schon echte Rotationsspieler sind oder ob ein Zwischenschritt sinnvoller wäre.
Noah Darvich darf sich ebenfalls zeigen. Er kann rechts spielen, aber er ist kein 1:1‑Leweling‑Ersatz und soll es auch nicht sein. Darvich ist ein Kreativspieler, keiner, der permanent Tiefe attackiert.
Was passiert, wenn Leweling geht?
Dann muss der VfB zwingend nachlegen. Tiago Tomás ist flexibel, kann beide Seiten und die Mitte spielen, aber er allein reicht nicht. Du brauchst einen Flügelspieler, der das Leweling‑Profil abdeckt:
- Tempo
- Tiefgang
- Dribbling
- Abschluss
- Physis
- Pressingintensität
Und genau da wird es spannend. Der Markt hat viele Namen parat und wenig realistische Preise. Wyscout spuckt eine ganze Reihe interessanter Profile aus, aber viele davon sind schlicht zu teuer.
Anis Hadj Moussa (Feyenoord), den kennen wir noch aus der Europa League. Brutales Tempo, stark im Eins‑gegen‑Eins. Aber: Marktwert 20 Mio., Premier-League‑Interesse. Das ist eher Kategorie „schön wär’s“.
Christos Tzolis (Club Brügge), aus Düsseldorf bekannt, technisch stark, guter Abschluss. Aber auch er dürfte finanziell über dem liegen, was der VfB bereit ist zu zahlen.
Keito Nakamura (Stade Reims), der erste Name, der realistisch wirkt. Preislich im Rahmen, spielerisch interessant, aber er kommt eher über links und der VfB braucht jemanden, der rechts spielen kann oder zumindest beide Seiten beherrscht.
Was bedeutet das für die Planung? Der VfB wird auf den Flügeln nicht zwingend viel verändern, aber er muss vorbereitet sein. Bleibt Leweling, ist die Lage entspannt. Geht er, braucht es einen klaren Nachfolger und zwar keinen „Projektspieler“, sondern jemanden, der sofort funktioniert.
Sturmzentrum: Zwischen Stabilität, Marktmechanik und der Suche nach einem neuen Profil
Im Sturmzentrum wird es richtig interessant. Demirović, Undav, Arévalo und Tomás stehen unter Vertrag. Auf dem Papier sieht das nach Tiefe, in der Realität aber nach vielen Fragezeichen aus.
Jeremy Arévalo ist das größte davon. Er hat Talent, das sieht man in einzelnen Trainingssequenzen. Er hat in der Bundesliga gescort und in der 3. Liga getroffen. Aber noch wirkt er wie ein Fremdkörper. Die Abläufe, die Automatismen, das Timing, all das ist noch nicht auf Bundesliga-Niveau. Ob er das in einer Sommerpause aufholen kann? Möglich, aber nicht garantiert. Aktuell spricht wenig dafür, dass Arévalo 2026/27 ein verlässlicher Starter wird.
Demirović ist ein anderer Fall. Er spielt mit Bosnien die WM und das macht ihn automatisch zu einem potenziellen Transferziel. Mittelstarke Premier-League-Klubs könnten anklopfen und ihm das Doppelte zahlen. Ob er das will, ist eine andere Frage. Aber der Markt wird ihn wahrnehmen.
Deniz Undav wiederum hat seine eigene Schwebephase. Die Vertragssituation ist nicht final geklärt, und auch wenn er sich in Stuttgart wohlfühlt, bleibt ein Wechsel theoretisch möglich.
Ich sehe die Abgangswahrscheinlichkeit weder bei Undav noch bei Demirović als hoch, aber sie ist vorhanden. Und das reicht, um die Kaderplanung kompliziert zu machen.
Milosevic – das fehlende Profil
Jovan Milosevic dürfen wir nicht vergessen. Er bringt ein Profil mit, das sonst keiner im Kader hat: groß, wuchtig, technisch sauber, guter Abschluss. Wenn Werder Bremen die Klasse hält, könnte er dort noch ein Jahr dranhängen. Aber ehrlich gesagt: Ich würde ihn gerne beim VfB sehen. Wir haben gesehen, dass er treffen kann, auch per Kopf und solche Stürmer haben wir nicht.
Was fehlt dem VfB im Sturm?
Ganz klar, ein weiteres Profil. Entweder der schnelle, wendige, physisch robuste Stürmer, der tief geht, Räume reißt, Pressinglinien sprengt, ein Typ Ricky-Jade Jones, nur mit mehr Qualität. Oder der kopfballstarke Allrounder, der Bälle festmacht, Ablagen spielt, Strafraumpräsenz hat, ein Typ Serhou Guirassy. Beide Profile wären Gold wert. Beide sind aber schwer zu finden und fast alle, die regelmäßig treffen, liegen in Preisregionen, die der VfB nicht bedienen kann.
Der Markt: viele Namen, wenig realistische Lösungen
Joaquín Panichelli (Straßburg), ein spannender Spieler, physisch stark, guter Abschluss. Aber gerade verletzt, Kreuzbandriss und ohnehin unbezahlbar.
Ismael Saibari (PSV), technisch überragend, vielseitig, aber ebenfalls zu teuer.
Ayase Ueda (Feyenoord), in der Europa League nicht restlos überzeugend, aber datenbasiert ein Match. Preislich vielleicht machbar, aber kein Selbstläufer.
Was bedeutet das für die Planung?
Der VfB hat im Sturmzentrum vier, mit Milosevic fünf Spieler aber es fehlen Profile. Das macht die Position zu einer der spannendsten Baustellen des Sommers. Der Idealfall wäre, Undav und Demirović bleiben, Milosevic kommt zurück und der VfB holt einen weiteren Stürmer, der ein neues Element ins Spiel bringt.
Der Worst Case wäre, Undav oder Demirović gehen und Milosevic, sowie Arévalo sind noch nicht so weit. Dann müsste der VfB gleich doppelt nachlegen und das wird teuer.
Fazit: Ein Sommer der Balance und der Weichenstellung
Der VfB Stuttgart geht in den Sommer 2026 mit einer klaren Ausgangslage, aber vielen offenen Variablen. Die sportliche Führung steht, der Trainer will bleiben, und der Kern der Mannschaft ist intakt. Doch genau in dieser Stabilität liegt die Herausforderung: Der VfB muss den Kader weiterentwickeln, ohne die Achse zu verlieren, die ihn in die Bundesliga-Spitze geführt hat.
Im Tor ist der Klub gut aufgestellt, muss aber langfristig denken. Seimen wird nicht ewig bleiben, Hellstern muss gebunden werden, und Nübel ist nur ein Thema, wenn sich ein seltenes Szenario ergibt.
In der Abwehr ist die Innenverteidigung breit, aber nicht stabil im Bestand. Chabot könnte gehen, Al-Dakhil ist ein Abgangskandidat, und links klafft die größte Baustelle des gesamten Kaders. Hier braucht es zwingend Verstärkung, unabhängig davon, ob Mittelstädt bleibt.
Im Mittelfeld entscheidet sich die Statik der kommenden Saison. Prömel kommt, Chema bleibt, aber Stiller ist der große Domino-Stein. Sein Profil ist kaum ersetzbar, und ein Abgang würde den VfB zu kreativen Lösungen zwingen. Nartey, Karazor, Catovic und Ulrich sind Variablen, die den Sommer unberechenbar machen. Die Zentrale kann stabil bleiben oder komplett neu sortiert werden müssen.
Auf den Flügeln hängt alles an Jamie Leweling. Bleibt er, ist der VfB gut aufgestellt. Geht er, braucht es zwingend einen Nachfolger mit Tempo, Tiefgang und Abschlussqualität. Führich bleibt, die Talente müssen sich beweisen, und Tomás ist ein wertvoller Ergänzungsspieler aber kein Ersatz für Leweling.
Im Sturmzentrum ist die Lage am volatilsten. Undav und Demirović sind nicht akut wechselwillig, aber der Markt könnte sie trotzdem bewegen. Arévalo ist noch nicht so weit, Milosevic wäre ein spannender Rückkehrer. Ein zusätzlicher Stürmertyp, entweder schnell und wendig oder kopfballstark und wuchtig wäre ideal. Doch genau diese Profile sind schwer zu finden und teuer.
Was bedeutet das alles?
Der VfB steht vor einem Sommer, der weniger von großen Namen geprägt sein wird, sondern von klugen Entscheidungen.
Es geht darum,
- die linke Seite zu stabilisieren,
- die Innenverteidigung abzusichern,
- die Zentrale nicht auseinanderbrechen zu lassen,
- auf den Flügeln vorbereitet zu sein,
- und im Sturm ein fehlendes Profil zu ergänzen.
Der VfB muss nicht neu bauen, er muss präzise nachjustieren. Die größte Gefahr ist nicht ein einzelner Abgang, sondern die Summe mehrerer. Die größte Chance liegt darin, dass der Verein inzwischen eine klare Identität hat und Spieler, die diese Identität tragen wollen.
2026/27 wird kein Umbruchjahr. Es wird ein Jahr der Feinjustierung. Ein Jahr, in dem der VfB beweisen kann, dass nachhaltiger Erfolg kein Zufall ist, sondern das Ergebnis guter Planung.
Volle Transparenz: Der Artikel wurde nach meinem Erstentwurf einmal durch Copilot gejagt, um Formulierungen zu schleifen, Fakten zu checken und Rechtschreibfehler zu überprüfen. Alle Spielervorschläge habe ich anhand von Vergleichsdaten über Wyscout ermittelt.