Die Leihspieler des VfB Stuttgart (02. März 2026)


Der VfB Stuttgart hat in diesem Frühjahr eine merkwürdige Außenstelle eröffnet: Sie liegt verteilt über Bremen, Augsburg, Heidenheim, Paderborn, Elversberg, Magdeburg, Bielefeld, Düsseldorf, Westerlo und Illertissen. Und überall dort spielen junge Männer, die eigentlich in Bad Cannstatt lachen, leiden und lernen sollten – es aber vorerst anderswo tun. Manche blühen auf, manche stolpern, manche warten. Und manche treffen einfach, wenn man sie aufstellt.

Jovan Milosevic – der Stürmer, der nicht weiß, dass er treffen müsste

Jovan Milosevic ist ein Phänomen. Einer dieser Stürmer, die aussehen, als hätten sie vergessen, dass Fußball schwer sein soll. Man stellt ihn auf, und er trifft. Punkt. Das hat jetzt auch Daniel Thioune begriffen. Beim 2:0 gegen Heidenheim durfte Milosevic erstmals unter dem neuen Trainer von Beginn an ran – und erhöhte seine Torquote auf eine Zahl, die eigentlich nur in Computerspielen vorkommt: alle 98 Minuten ein Tor.

Seit seiner Ankunft hat Werder sieben Tore erzielt, fast die Hälfte davon Milosevic. Das ist nicht normal, aber es ist auch nicht neu. Bei Partizan Belgrad traf er alle 105 Minuten. Der Junge macht einfach weiter.

Der Sieg bringt Bremen auf Platz 16, aber am Sonntag in Berlin könnte Thioune auf ihn verzichten müssen – Rückenprobleme. Bitter genug. Noch bitterer: Milosevic sagte in einem Interview, dass er in Bremen kaum gelacht habe. Der Sieg sei eine Befreiung gewesen. Man möchte ihm zurufen: Komm im Sommer nach Bad Cannstatt, da wird gerade sehr viel gelacht.

Yannik Keitel – der Mann, der Augsburg in die Champions League führt (theoretisch)

Es gibt den Keitel-Effekt. Er ist wissenschaftlich nicht belegt, aber eindeutig nachweisbar: 17 Punkte in 8 Spielen, seit Yannik Keitel für Augsburg spielt. So viele wie der VfB. Nur Bayern und Dortmund sind besser.

Gegen Köln war das Spiel schlecht, aber Keitel kam nach 50 Minuten beim Stand von 0:0. Fünf Minuten später: 1:0. In der 94.: 2:0. Das ist kein Zufall. Das ist Hexerei. Augsburg steht auf Platz 9, 15 Punkte hinter Platz 4. Wenn Keitel fit bleibt, ist alles möglich – theoretisch.

Gegen Köln war er stark: gute Tacklings, gute Zweikämpfe, sauberes Aufbauspiel. Nur Torgefahr fehlt – aber die erwartet niemand. Am Samstag geht’s nach Leipzig. Und trotz aller Abneigung gegen das Konstrukt: Hoffentlich wechselt Manuel Baum ihn nur ein. Man weiß ja, was passiert, wenn Keitel von Beginn an spielt.

Leonidas Stergiou – zurück, aber nicht angekommen

Leo Stergiou ist wieder fit. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Er spielte beim 0:2 gegen Bremen eine unglückliche zweite Halbzeit. Beide Gegentore fielen über seine Seite. Er war nicht der Hauptschuldige, aber eben auch nicht die Lösung.

Heidenheim bleibt Letzter. Die Abschiedstour aus der Bundesliga geht am Samstag gegen Hoffenheim weiter. Aus VfB-Sicht wäre ein Wunder hilfreich – ein Heimsieg, den niemand erwartet.

Dennis Seimen – der sichere Rückhalt, den Paderborn verdient

Dennis Seimen war sehr knapp von seinem achten Zu-Null-Spiel entfernt. Dann traf Kenny Prince Redondo in der 98. Minute. Paderborn gewann trotzdem 2:1 und sprang auf Platz 2.

Seimen kann zufrieden sein: Beim Stand von 1:0 hielt er mehrfach stark. Er wirkt wie ein Torhüter, der weiß, dass seine Zukunft groß wird – und dass Paderborn nur eine Zwischenstation ist.

Jarzinho Malanga – ein schwacher Tag zur falschen Zeit

Elversberg spielte 1:1 in Kiel. Malanga kam in der 59. Minute, zwei Minuten später führte Elversberg. Und zwei Minuten danach stand es wieder unentschieden. Für Malanga war es ein schwacher Einsatz: gegen den Ball ohne Zugriff, mit Ball zu fehlerhaft.

Elversberg rutscht aus den Top 3. Am Freitag kommt Magdeburg. Malanga wird wieder gebraucht – diesmal mit Licht statt Schatten.

Laurin Ulrich – nah dran, aber nicht nah genug

Magdeburg verlor 1:3 gegen den KSC. Eine unnötige Niederlage. Laurin Ulrich hätte das 2:2 machen müssen. Kurz danach wurde er ausgewechselt, kurz danach fiel das 1:3.

Magdeburg steht wieder auf Platz 17. Abstiegskampf pur. Ulrich ist mittendrin – und muss lernen, dass Chancen in solchen Spielen nicht vergeben werden dürfen.

Benjamin Boakye – solide, aber noch nicht komplett

Bielefeld verlor 0:1 gegen Hannover. Boakye durfte erstmals 2026 starten. Mit Ball war das ordentlich, gegen den Ball ausbaufähig. Bielefeld ist Zwölfter und spielt am Freitag gegen Tabellenführer Schalke. Ein schweres Spiel – und vielleicht eines, in dem Boakye wachsen kann.

Luca Raimund – zurück im Kader, noch nicht zurück auf dem Platz

Düsseldorf gewann 2:1 gegen Bochum. Raimund war erstmals seit dem 24. Januar wieder im Kader. Minuten gab es keine, aber allein die Rückkehr ist ein Fortschritt. Düsseldorf springt auf Platz 11. Am Samstag geht’s nach Nürnberg. Vielleicht wird Raimund dort wieder gebraucht.

Eliot Bujupi – Knieverletzung

Mehr muss man nicht sagen. Und mehr kann man nicht sagen. Hoffen wir, dass es nicht zu lange dauert.

Peter Reinhardt – die Regionalliga rollt wieder, aber ohne ihn

Illertissen spielte 1:1 gegen Memmingen. Reinhardt stand nicht im Kader. Die Saison beginnt für ihn also mit Warten. Und Hoffen.

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